Stühle. Dieckmann!
Der vergessene Bauhäusler Erich Dieckmann
Erstmals seit über 30 Jahren wird dem Möbelgestalter, Bauhäusler und Burg-Lehrer Erich Dieckmann (1896–1944) eine große Einzelausstellung gewidmet. Mit rund 120 Möbeln, Grafiken, Entwürfen und Zeichnungen sowie zeitgenössischen Positionen, die sich mit Dieckmanns gestalterischen Ansätzen beschäftigen, würdigt die Ausstellung einen prägenden Gestalter, der wie Marcel Breuer mit Formen und Materialien experimentierte und Typenmöbelprogramme nach streng geometrischen Formen entwickelte. Die Ausstellung ist mit Berlin und Halle (Saale) in den beiden Städten zu sehen, in denen Dieckmann maßgeblich gewirkt hatte.
Erich Dieckmann und das Bauhaus
Erich Dieckmann kam 1921 an das Bauhaus nach Weimar, um dort eine Tischlerlehre zu absolvieren. Nachdem das Bauhaus 1925 nach Dessau weitergezogen war, blieb Dieckmann in der Nachfolgeeinrichtung, der Staatlichen Bauhochschule Weimar unter Otto Bartning, und wurde dort im selben Jahr Leiter der Tischlerwerkstatt. 1931 folgte er vielen ehemaligen Bauhäuslern an die Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein nach Halle (Saale). Dort leitete er von 1931 bis zu seiner Entlassung durch die Nationalsozialisten 1933 die Tischlereiwerkstatt. Danach schlug er sich schwer krank mit Sachbearbeiter- und Referentenjobs durch, bis er im November 1944 mit nur 48 Jahren starb. Dieckmanns Haltung und Nähe zum Nationalsozialismus lässt sich nur bruchstückhaft rekonstruieren und muss daher überaus kritisch betrachtet werden.
Ausstellung zeigt Dieckmanns ersten Stuhl
In der Ausstellung ist Dieckmanns erster Stuhl – ein Holzstuhl mit Binsengeflecht – zu sehen, den er 1923 als Bauhausschüler entworfen hatte. Es folgen Typenmöbel, die er um 1930 für die Einrichtungsprogramme entwickelt hatte, und damit ganze Räume, wie Arbeits-, Wohn- und Schlafzimmer auszustatten. Die dazugehörigen Entwürfe und historischen Fotos kommentieren die Konstruktion bzw. die Aufstellung und Wirkung der Möbel im Raum. Doch Dieckmann bleibt nicht bei den stark geometrischen Entwürfen stehen, sondern zeigt in der Folge kurvilineare Modelle wie seine Bugholz-, Stahlrohr- und Korbmöbel beweisen.

KUNSTGEWERBEMUSEUM | KUNSTBIBLIOTHEK

Location:

KUNSTGEWREBEMUSEUM

Matthäikirchplatz
10785 Berlin

Wann:

12/05/2022
13/05/2022
14/05/2022
15/05/2022
17/05/2022
18/05/2022
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