Felix Sewing hat 2019 seinen Abschluss im Studiengang Kommunikationsdesign an der HTW Berlin mit der Abschlussarbeit „VR Experience“ gemacht. Dieses Projekt führt seinen Nutzern die Konvergenz zwischen Realität und Virtualität nicht nur „vor Augen“, sondern lässt das Dilemma der Wahrnehmung in virtuell-realen Umgebungen spüren und erleben. Er arbeitet bei Junge Tüftler gGmbH unter anderem an Bildungsangeboten im Auftrag des Futuriums und ist Lehrbeauftragter im Studiengang Kommunikationsdesign für „Virtuelle Realität und maschinelles Lernen“.

VR Experience

Felix Sewing – 2019

Die VR Experience stellt die Besucher/innen vor die Aufgabe, die eigenen Wahrnehmungsmodalitäten im Kontext der Virtuellen Realität zu erfahren. Die im Laufe der Nutzung zunehmende Divergenz zwischen objektiver und virtueller Realität wirft die Frage auf, welcher Realität ich glaube und somit vertraue? Ist die virtuelle Realität glaubhaft, auch wenn ich im Grunde weiß, dass es sich um eine Täuschung handelt? Zu Beginn bildet die VR-Installation exakt die Realität ab, welche die Nutzer/innen ohne Brille vorfinden. Eine reale Wand ist auch in der Virtuellen Realität vorhanden, exakt am selben Ort, kann berührt werden und die Person kann sich an diese Wand anlehnen. Somit sind objektive und virtuelle Realität glaubhaft und wahr. Im weiteren Verlauf der Nutzung wird durch Sensoren die virtuelle Realität gegenüber der physischen Realität verschoben; die bereits bekannte Wand scheint beim nächsten Mal über 2 Meter entfernt. Lasse ich mich trotzdem fallen, denn mir müsste bewusst sein, dass die physische Wand nach wie vor an der selben Stelle steht? Der Moment, an dem die allermeisten Menschen scheitern, da sie tatsächlich der Virtuellen Realität mehr vertrauen als ihrem Wissen über die wirkliche Welt um sie herum. Die Erkenntnis liegt in der Überwindung, sich trotzdem fallen zu lassen.

Bachelor Thesis